19/Jan
Eva
Published in post

Vom Online-Tagebuch zum eigenen Business: die Geschichte des Bloggens

Selbstbestimmt und ortsunabhängig arbeiten – das ist der Traum vieler Bloggerinnen und Blogger. Dass dieser Traum nicht von heute auf morgen umsetzbar ist, liegt auf der Hand. Heute wollen wir uns ein wenig mit der Geschichte des Bloggens befassen.

 

Die Geschichte des Bloggens

 

booksDie ersten Blogs tauchten bereits Mitte der 1990er Jahre im Netz auf, damals war der technologische Aufwand und das notwendige Wissen allerdings um einiges höher als heute. ‚Blog‘ leitet sich von Weblog ab und unterscheidet sich von klassischen Websites durch die laufend neuen Publikationen (Blogposts), die einerseits einem Blog die persönliche Note der AutorInnen verleihen und andererseits einen gewissen Tagebuchcharakter aufweisen. Anfang/Mitte der 0er Jahre wurde Blogs immer bedeutender und auch von den traditionellen Medien aufgegriffen – im Jahr 2004 war ‚Blog‘ sogar als Wort des Jahres im Gespräch.

Tools wie WordPress und Blogspot haben es den NutzerInnen erleichtert, eigene Inhalte zu publizieren. Zu dieser Zeit wurden vor allem politische Blogs beliebt. Außerhalb des deutschsprachigen Raums, besonders dort wo die Pressefreiheit nicht so wichtig genommen wird, wurden Blogs als Medien zur kritischen Auseinandersetzung mit Politik immer wichtiger. Die Reichweite dieser Blogs war um einiges besser als der damaligen Online-Ausgaben der meisten gängigen Tages- und Wochenzeitungen.

Seit einiger Zeit erlebt nun diese Publikationssform eine Renaissance, da viele Werbetreibende Blogs als Plattform für sich entdeckt haben. Warum? Weil das Publikum von Blogs viel direkter erreichbar ist, als beispielsweise in einer Tageszeitung oder über das Fernsehen.

 

Warum erreichen Blogs die LeserInnen direkter?

 

Die meisten Blogs bedienen eine sogenannte ‚Nische‘, d.h. LeserInnen erhalten Inhalte zu genau definierten und eingrenzbaren Themenbereichen, die sie selbst auswählen. Das Publikum wird im Gegensatz zu den Massenmedien direkt angesprochen und fühlt sich somit ‚näher‘ an den AutorInnen. So werden Bedürfnisse direkt befriedigt und eine gewisse Authentizität vermittelt. Durch die Kommentarfunktion kann man sich auch meist unmittelbar austauschen (wobei viele Online-Ausgaben von Zeitungen diese Möglichkeit mittlerweile auch anbieten). Diese Art des Journalismus hat aber auch Schattenseiten: zum Beispiel wurde im April 2015 publik, dass eine bekannte Gesundheits-Bloggerin aus Australien ihre Krebserkrankung lediglich vorgetäuscht hatte.

Fachzeitschriften und Special-Interest-Zeitschriften gibt es auch in gedruckter Form, doch vor allem jüngere Menschen wollen diese Inhalte online lesen. Also verlagert sich die Werbung immer mehr ins Internet. Die Frage, die viele BloggerInnen in der Phase der Professionalisierung beschäftigt, ist, wie viel der Werbeplatz am eigenen Blog Wert ist. Orientiert man sich an den Anzeigepreisen in Printmedien oder etablierten Online-Medien? Oder an den Stundensätzen von JournalistInnen?

 

Die Rolle von Reichweite, Page-Ranks und Sozialen Medien

 

Die Wertigkeit des eigenen Mediums scheint auf den ersten Blick durch die Reichweite bestimmt – je größer das Publikum, desto mehr Nachfrage von potenziellen WerbepartnerInnen. Dabei geht es meist um Zahlen: Unique Visitors, Clicks- und Absprungraten, Verweildauer und natürlich um Follower in Sozialen Medien. Die Bloggerinnen und Blogger, denen es gelingt von ihren Einnahmen zu leben, sind erfolgreiche Werbetreibende, was früher Werbeagenturen und die Kreativwirtschaft erledigt hat, kann heute von einzelnen BloggerInnen oder BloggerInnenkollektiven auch erreicht werden. Der Schritt in die Unabhängigkeit von Lohnarbeit als Online-UnternehmerIn wird so erleichtert.

Doch oft reicht ein Blog alleine nicht aus, um nach Abzug der Steuern und Versicherungen als Selbstständige in unseren Breiten überleben zu können. Dafür ist weitere (unternehmerische) Kreativität notwendig.

Als BloggerIn in einer Nische gilt es daher, den potenziellen WerbepartnerInnen klar zu kommunizieren, dass neben der Quantität auch die Qualität der Beziehung zur Zielgruppe, also den LeserInnen, von großer Bedeutung ist. Siehe die oben bereits angesprochene Authentizität. Viele Blogs kommen auch ohne Werbepartnerschaften aus, zum Beispiel können über den Blog eigene Dienstleistungen angeboten werden, oder man wird von öffentlichen Stellen subventioniert.

In letzter Zeit häufen sich leider die unseriösen Angebote a lá „Wir wollen einen Artikel mit Do-Follow Link; er sollte nicht mit Anzeige, Sponsored, Advertorial, PR gekennzeichnet werden und sollte die gleiche Schreibweise wie alle anderen Artikel auf Deiner Webseite haben […] (Originaltext aus meinem Postfach). Wichtig ist es, sich nicht ‚unter Wert zu verkaufen‘ damit das mit viel Liebe und Leidenschaft gestaltete eigene Medienprodukt authentisch bleibt.

Auf der ABCstar bieten wir einige Workshops und Vorträge zum Thema Professionalisierung an. Wir freuen uns auf Deine Teilnahme!

 

Eva

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Scroll to Top