08/Apr
Robert Bichler
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5 Fragen an Cornelia Maier zum wirkungsvollen Schreiben im Internet

Cornelia Maier (28) ist leidenschaftliche Schreiberin. Sie beschäftigt sich beruflich als Projektmanagerin bei punkt & komma täglich mit Online- und Offlinetexten. Außerdem betreibt sie seit 2013 ihren Foodblog Moment in a Jelly Jar.

In ihrem Workshop bei der ABCstar Bloggerkonferenz zeigt sie, wie wirkungsvolle Texte für den Blog entstehen. Damit Texte ihre Wirkung im Internet entfalten, gilt es ein paar wichtige Regeln zu beachten. Aber auch gegen Schreibblockaden hat sie ein passendes „Rezept“ in der Tasche.

Wir freuen uns schon auf die spannende Blog-Werkstatt und haben ihr vorab schon einmal fünf Fragen über gute Texte im Blog gestellt.

 

ABCstar_Cornelia_Maier

 

Wie lange beschäftigst Du Dich schon mit Texten und was fasziniert Dich daran?

 

Ehrlichgesagt habe ich immer schon geschrieben, wenn ich so zurückdenke. Schon in der Volksschule war ich von den Wortspielen fasziniert, und was daraus entsteht, wenn man Buchstaben aneinander hängt. Vielleicht lag es auch daran, dass ich mir das Lesen selbst beigebracht habe und schon früh alles las, was mir in die Hände kam. Durch das Lesen kann man sich einfach in andere Erdteile versetzen, andere Zeiten, andere Personen oder überhaupt ganz neue Fantasiewelten. Und dann kam im Laufe meiner Schuljahre ein toller Lehrer, der wusste, wie er mich fördern musste, um das Beste aus mir herauszuholen. Mit ihm hat alles ernsthaft angefangen und dafür bin ich ihm heute noch dankbar. Man kann also sagen, dass das Schreiben schon immer da war – und es wahrscheinlich auch immer bleiben wird.

 

Wo liegen für Dich die Unterschiede von Online- und Offlinetexten?

 

Oft gibt es den Irrglauben, dass Text gleich Text ist. Der Buchstabe A ist schließlich immer ein A, egal ob er auf einer Webseite steht oder in einem Buch. Dem ist aber nicht so – und wenn man an seinen eigenen Medienkonsum denkt, fällt das auch gleich auf. Texte im Internet werden anders gelesen als auf gedruckten Medien. Oft haben wir keine Zeit und suchen ganz gezielt nach bestimmten Informationen, wenn wir uns im Web bewegen. Weil man zum Beispiel im Zug seine abonnierten Blogartikel liest oder schnell zwischendurch abends vorm Fernseher. Langgezogene Stilmittel der Prosa wie innere Monologe und der Aufbau von Spannung hat hier (meist!) nichts zu suchen. Darauf müssen wir beim Texten fürs Web Rücksicht nehmen. Klingt schwierig? Ist es am Anfang zugegeben schon. Aber mit ein paar Tricks kriegt man auch das hin.

 

Wie gestaltet man lange Texte fürs Internet gut lesbar und wirkungsvoll?

 

Dafür gibt es ein paar klare Regeln, auf die ich in der Werkstatt eingehen werde. Das wichtigste lässt sich in drei Sätzen zusammenfassen:

  • Wirkungsvoller Webtext wird von Menschen UND von Google gern gelesen. Schreibe nicht primär für Google – das ist wirklich grauslich. (Google würde übrigens mit dem Wort „grauslich“ nicht viel anfangen können – und ich verwende es trotzdem!)
  • Text im Web bietet dem Leser Antworten auf seine Fragen, Problemlösungen oder er unterhält. Am besten alles auf einmal.
  • Damit Blogartikel lesbar sind, sollten sie unbedingt gut strukturiert sein. Aufzählungszeichen und Listen sind deine besten Freunde.

 

Müssen Texte fürs Blog absolut fehlerfrei sein?

 

Nein! Bitte nicht. Schließlich haben wir alle Persönlichkeit, und die ist beim Bloggen das Wichtigste und ein klares Unterscheidungsmerkmal zwischen Blogs und anderen Medien im Web. Perfektion ist natürlich ein erstrebenswertes Ziel, besonders in Bezug auf Rechtschreibung und Grammatik. Darum lieber einmal mehr drüberlesen, bevor du den Artikel veröffentlichst. Aber was Aussagen und Standpunkte betrifft bin ich der Meinung, dass aalglatte Blogs stinklangweilig sind. Anecken und diskutieren ist erwünscht. Aus Everybody’s Darling wird bestimmt kein Blogger mit tausenden Lesern.

 

Wenn Du BloggerInnen nur einen Tipp geben dürftest: Was wäre für Dich der wichtigste Tipp für gute Texte im Blog?

 

Da kann ich gleich dort weiterschreiben, wo ich bei der vorigen Fragen aufgehört habe. :)

Finde deinen persönlichen Stil und ziehe ihn wie einen roten Faden durch alle deine Texte – vom Blog bis zu den sozialen Medien.

 

Cornelia, vielen Dank für deine spannenden Antworten!

Robert Bichler

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